Geguckt - Juni / Juli 2026
Ein bisschen was angeschaut. Gutes und Mittelgutes. Nichts richtig Schlechtes.

Endlich wieder ein Spielberg mit Aliens. Ich will den Film unbedingt gut finden. Schlecht ist er auch nicht, aber so richtig gut dann auch nicht. Die Grundprämisse passt, einzelne Sequenzen sind wirklich sehr gute Spielberg-Spannung, aber dann ist es auch wieder langatmig, unlogisch und hat eine ziemlich unglaubwürdige Action-Sequenz, bei der man sich fragt, warum das niemandem beim Scriptlesen aufgefallen ist. Das Ende fand ich nicht so schlimm wie meine Frau es fand. Aber die fand auch schon das Ende von AI furchtbar langatmig.

Geschichten in denen Tiere ermitteln fand ich bisher immer mäßig spannend. Katzendetektive zum Beispiel. Warum? Das hier ist eine harmlose Krimikomödie mit Shaun-das-Schaf-Charme und einem gutem Cast. Kann man schön streamen, wenn der Tag lang und anstrengend war und das Hirn nur noch auf Konsummodus läuft. Es war nett, aber bereits eine Woche nach dem ich ihn angeschaut habe, hab ich auch schon wieder alles komplett vergessen.

Zu meinen bisherigen Odysseus-Erfahrungen habe ich hier schon mal ein paar Links gebloggt. Die Version von Nolan hält auch eine Woche nach Rezeption noch Stand. Hat mir hervorragend gefallen. Nie langweilig, ein paar originelle Neuinterpretationen, gute Schauspieler und sehr gute und gruselige Effekte.

Meine Frau will einen Film schauen in dem "Frauen Sachen abfackeln". Ihr Bedürfnis soll befriedigt werden. Wir fragen ChatGPT. Die Antworten sind ganz ok, vieles haben wir schon gesehen, das naheliegende Alien(s) kommt wegen fehlender Horroraffinität meiner Frau nicht in Frage und Gunpowder Milkshake ist bei keinem Streamer vorrätig.
Wir bleiben also bei diesem mir bisher unbekannten Werk von Steven Soderbergh hängen. Die Hauptrolle spielt die MMA-Kämpferin Gina Carano. Aus Sicht der Gleichberechtigung sehr löblich, dass nach Jean-Claude van Damme und Chuck Norris endlich auch mal eine Frau direkt aus dem Ring gecastet wird. Das bringt die bekannten Vor- und Nachteile: Die Action wirkt cool und glaubwürdig, das Schauspiel wirkt van-damme-norrishaft. Etwas nervig ist Soderberghs leicht arthousiger Stil. Action fast schon dokumentarisch inszenieren ok, aber ständig irgendwelche Farbfilterwechsel, damit ich checke, dass hier jetzt eine andere Handlungsebene ist bitte das nächste mal weglassen.

Auf Masters of the Universe hatte ich schon während es Pfingsturlaubs Bock, für den Kinobesuch hat es dann leider nicht gereicht. Aber zum Glück hat Amazon den Film produziert, was zum einen dafür sorgt, dass im Film ab und zu mal ein entsprechender Lieferwagen durchs Bild fährt und zum anderen eine extrem zeitnahe Streamingverwertung stattfindet.
Ein Film zu einer sehr maskulinen Spielzeugserie aus den 1980ern hat natürlich als Zielgruppe vor allem: mich. Ich komme aus den 1980er und ich habe mit maskulinem Spielzeug gespielt. Rückblickend betrachtet ist das gesamte Setup natürlich etwas fragwürdig. Und das versteckt der Film zum Glück auch gar nicht, sondern macht sich offensiv darüber lustig ohne Charktere und Geschichte ins Lächerliche zu ziehen. Das ist genau die richtige Mischung aus Selbstironie, Retro-Fanservice und zeitgemäßer Fantasy-Action. Ich bin vollständig bedient.
Wir haben: Gastauftritt Dolph Lundgren, eine Kampfszene unterlegt mit Princes of the Universe, sehr viele Fisto-Witze und einen Titeltrack, der eine Mischung aus Never-Ending-Story und jedem Queen-Song vom Highlander-Soundtrack ist und bei dem selbstverständlich Brian May persönlich die Gitarre spielt. Jetzt schon Platz 1 auf meiner Laufplaylist.

Ein Film über einen Klavierstimmer. Klingt langweilig. Wenn der Klavierstimmer aber auch Tresore knacken kann kommt die Geschichte in Fahrt. Ein toller Film. Superbe Schauspieler, tolle Charaktere, Dialoge auf den Punkt, spannende Geschichte und coole Musik. Eine klitzekleiner Schlenker in der Handlung, den ich etwas konstruiert fand hindert mich nicht daran eine Höchstwertung auszusprechen.

Auf der Suche nach einer Serie, die unser eheliches Wir gemeinsam schauen kann, wurde mal wieder was kostümiert-historisches in den Ausprobier-Pool geworfen. Nach fünf Folgen Katharina die Große waren es das dann wahrscheinlich aber erst mal. Serienabbruch. Die Idee eine "anti-historische", satirische Geschichte zu erzählen ist nicht unbedingt schlecht, aber sie hat nicht so recht gezündet. Eher unsympathische Charaktere und zu derber Humor

Bei den Flimmerfreunden wurde Poker Face mit Columbo verglichen. Und das trifft es ziemlich gut. Nur in zeitgemäß und super unterhaltsam.
Charlie Cale hat so eine Art Superfähigkeit. Sie kann spüren, wenn jemand lügt. Damit macht sie viel Geld im Casinobetrieb, kommt Casinogangstern in die Quere und muss am Ende der ersten Folge abhauen. Ab dann ist sie on the road und kommt in jeder Folge irgendwo hin, wo ein Mord passiert, den sie am Ende natürlich aufklärt.
Das Prinzip ist immer gleich. Wie bei Columbo erfahren wir in den ersten 15 Minuten wie der Mord trickreich begangen wird. Danach kommt Charlie ins Spiel. In Rückblenden löst sie mit Charme und Witz den Fall. Klingt unspektakulär ist aber supergut gemacht. Jede Folge ist eine eigene abgeschlossene Geschichte, jedes mal eine neue Welt, neue Charaktere, liebevoll erzählt, immer mit 2-3 originelle Wendungen.

Staffel 7 ist schon ziemliche Optimalbesetzung. Sehr gerne schnell an einem Abend weggebinged.
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