Mein KI Tagebuch (1)

Mein KI Tagebuch (1)

Ich habe in den letzten Wochen sehr viel KI genutzt. Ich glaube, das wird auch nicht mehr so schnell aufhören. Es wird ein Werkzeug werden und ich werde gleichzeitig als Nutzer, Konsument, Bürger oder Angestellter immer öfter mit KI konfrontiert sein.

Internet KI - Fluch oder Segen? Die einen sagen so, die anderen so. Mir gefällt das öffentliche Draufrumdenken an dem Thema, der öffentliche Erfahrungsaustausch, die Meinungsbildung am öffentlichen Text. Und genau dafür sind ja Blogs erfunden worden. Ich mag aus meinem persönlichen Feed den kritischen Blick von Christian auf das Thema, mir gefällt Thomasens Idee eines persönlichen KI-Manifests und mich inspiriert der KI-Podcast von Gregor Schmalzried. Ich versuche ab jetzt hier im Blog immer mal wieder aufzuschreiben, was mir mit KI passiert ist, was ich damit gemacht habe, wo es fürchterlich war. Höchstwahrscheinlich werden viele Sachen sehr schnell, sehr schlecht altern.


Was man unter generativer KI verortet und was ich davon erkenne, nervt mich meistens. Im Münchner Kommunalwahlkampf haben mehrere Parteien offensichtlich Bild-KI für Plakate und Insta-Posts verwendet. Ich weiß aus eigener Erfahrung: Es ist verlockend einfach und scheinbar günstig "Mach mal meinen Kandidaten zu einem lustigen Lebkuchenmann" oder "Der Platz da. Bitte aber mit mehr Bäumen!" einzutippen. Lasst es.

Es ist auch keine gute Idee ganz okaye Dad-Jokes mit einem seelenlosen KI-Bild zu illustrieren, einen Blogpost mit einem seelenlosen Teaserbild zu versehen oder aus einer witzigen Alltagsbegebenheit einen seelenlosen Track zu bauen bauen zu lassen. Lass es, Heiko!

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Ich hab das Wort seelenlos dreimal hintereinander benutzt, damit ihr merkt, dass hier keine seelenlose KI schreibt.

Stand jetzt überzeugt mich generative KI als Konsument nur bedingt und ich kann jeden Kunstschaffenden verstehen, der sich gegen aktuelle laufende Ausbeutungsversuche wehrt. Das Teaserbild zu diesem Blogpost zeigt, dass KI niemals witzig sein wird.


Bis vor kurzem haben mich auch die KI Userinterfaces in der Konsumentenvariante von ChatGPT und Claude nicht überzeugt. Ich kann gar nicht genau sagen warum, aber ich nutze die Chatoberfächen nicht gerne.

Dann hab ich vor ein paar Wochen Claude Code ausprobiert und das hat einiges verändert. Claude Code läuft im Terminal, ist also eher etwas nerdiger. Man kommuniziert aber auch in natürlicher Sprache. Und man gibt Claude Code Zugriff auf Teile der eigenen Festplatte. Claude Code verrichtet dann entweder Dinge lokal oder kann bei Bedarf Informationen und Tools aus dem Netz laden. Und Sachen auch wieder ins Netz stellen. Und das deckt irgendwie genau meine Bedarfe ab. Meine Hobbys sind Sachen ins Netz stellen, meine digitale Ablage optimieren und Excelauswertungen.

Dafür musste ich bisher immer mühsam googeln und aus stackoverflow-Threads Sachen rauskopieren. Ich weiß, was alles geht und mit welchem Tool oder welcher Technik es geht. Und ich weiß ganz oft, wie ich es gerne hätte, aber mir fehlen die Fähigkeiten und oder die Zeit es selbst umzusetzen.

Manchmal finde ich so hilfsbereite Menschen wie Ivo, die nach meinen Ideen eine erste Version einer interaktiven Karte bauen. Aber Ivo ist ein vielbeschäftigter Mann, hat nicht immer Zeit und weiß nicht, wie es in meinem Kopf aussieht (außerdem ist Ivo noch viel mehr KI-hooked als ich und erzählt im hörenswerten Ich glaub es hackt Podcast, wie er sich eine persönliche Assistentin eingerichtet hat).

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Die zweite Version der Parkraumwende-Karte habe ich jetzt im Dialog mit Claude Code gebaut. An drei Abenden. Es ist jetzt genau die Version, die ich mir vorgestellt habe. Es muss natürlich noch viel optimiert werden, aber es ist für mich unfassbar, dass auf Basis von ein paar gut kuratierten CSV-Listen nach drei Abenden so ein Produkt online steht.

Ich habe seit Februar also data.parkraumwende.de veröffentlicht, mein Blog und meinen Instagram-Account komplett zu Kirby umgezogen, eine kleine Service-Seite zur Münchner Lokalpolitik zusammengebaut und unser aufgeblähtes Haushaltsfinanzbuch, das bisher in einem Google-Spreadsheet gewohnt hat auf die lokale Festplatte umgezogen und so aufbereitet, dass wir jetzt endlich mal sauber berechnet in einem Excel-Dashboard unsere Altersvorsorgerentenlücke als Diagramm angezeigt bekommen.

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Alles davon schwebte als Idee seit Jahren in meinem Kopf - kaum was davon hätte ich realistisch aus eigener Kraft umsetzen können. Es ist irre. Es ist ein Gamechanger. Zumindest für den Moment. Denn ...

Ich weiß, was ich will und wie es grundsätzlich funktioniert
Ich versuche der KI nicht blind zu vertrauen. Man kann Claude Code dabei zuschauen, was es genau macht, welche Tools runtergeladen werden. Ich will grundsätzlich wissen wie ein erstelltes Projekt funktioniert und hab mir das z.B. bei der Parkraumwende-Karte auch dokumentieren lassen. Dann kann Ivo auch wieder schnell übernehmen, falls irgendwas Unvorhersehbares mit Claude passiert (Preisverhundertfachung, irrer Tech-Milliardär übernimmt etc.)

Und manchmal weiß ich es besser
Für die Liste auf rathausmuc.de wollte ich auch die Ausschussmitgliedschaften der Stadträte erfassen. Im RIS der Stadt München sind die hier aufgelistet. Claude Code hat also versucht die Seite zu scrapen, was ewig gedauert hat und nach ersten Überprüfungen fehlerhaft war. Ich hab dann irgendwann festgestellt, dass oben auf der Übersichtsseite ein kleiner Link auf einen RSS-Feed mit allen Mitgliedern steht. Claude Code hatte den nicht erkannt. Mit dem Feed waren die Daten sekundenschnell eingelesen. Blind vertrauen kann oft in der Sackgasse enden. Ich versuche daneben zu sitzen und kritisch zu hinterfragen.

Ich versuche das Risiko einzuschätzen
Ich würde niemals mit der Technologie eine kommerzielle oder kritische Seite bauen lassen. Dafür fehlt mir für die Qualitätskontrolle das detaillierte Wissen. Es ist keine gute Idee sich ohne weitere Vorkenntnisse einen Online-Shop mit KI zusammenzustöpseln, der dann sowas wie Supabase mit einer Default-Einstellung nutzt, die den Shop zu einem offenen Scheunentor macht.

Und gerade weil Claude Code im digital intimsten, der eigenen Festplatte, arbeitet, gebe ich nur gezielt Verzeichnisse frei, mache Backups und wäge ab, ob es ok ist, dass die KI über unsere Rentenlücke Bescheid weiß und diese lokal auf der Festplatte für sich behält.

Claude Code zieht Energie
Und zwar nicht nur Strom. Es zieht auch meine Energie. Die Fähigkeiten der KI und mein seit Jahren reichlich gefüllter Ideenköcher, der nur auf Umsetzung gewartet hat, treffen aufeinander.

Das führt dazu, dass ich eigentlich ständig daran denke, was ich als nächste machen oder am laufenden Projekt noch optimieren könnte. Ich sitze am Abend wieder deutlich zu lange vor dem Rechner und gebe Claude gerne auch morgens vor dem Losgehen noch einen kleinen Arbeitsauftrag. Neue Technik sollte ja eigentlich entlasten, aber irgendwie hat das noch nie so recht funktioniert. Es ist ein bisschen wie in der Anfangszeit von Twitter. Das hat auch viel zu viel meiner Zeit und Aufmerksamkeit gefordert.

Unabhängig in die neue Abhängigkeit
Apropos Twitter. Social-Media-Plattformen haben am Anfang ihre Leistung zuerst kostenfrei zur Verfügung gestellt. Ich habe damals bei einem Zeitschriftenverlag gearbeitet und wir haben die verlockende neue Reichweite von Facebook gerne genommen und auf einmal priorisiert nur noch dort publiziert und Leser gebunden. Als der Traffic von den Plattformen irgendwann so wichtig und relevant war, haben diese die Zugbrücke immer weiter hochgezogen und Reichweite hat plötzlich Geld gekostet. Aus dieser Falle sind nicht alle heil rausgekommen.

Bei KI sind die Parallelen offensichtlich. Ich nutze und zahle einen für mich erschwinglichen Betrag für Claude Code, um digital unabhängiger zu werden und begebe mich damit gleichzeitig in die neue digitale Abhängigkeit eines Tech-Konzerns, der natürlich irgendwann, wahrscheinlich sogar demnächst, die Kostenschraube anziehen wird, weil es sich bei weitem noch nicht rechnet.

Das Problem ist absehbar, eine echte Lösung habe ich nicht. Vielleicht bis dahin so viel wie möglich umsetzen und hoffen, dass es ewig hält. Alles so gut dokumentieren, dass es wartbar bleibt und eine gleichwertige Open-Source-KI übernehmen kann. Oder Ivo ❤️.


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  • felix schwenzel felix schwenzel

    hei­ko er­zählt hier wie er KI nutzt, un­ter an­de­rem um sein blog zu bau­en.
    Ich habe in den letz­ten Wo­chen sehr viel KI ge­nutzt. Ich glau­be, das wird auch nicht mehr so schnell auf­hö­ren. Es wird ein Werk­zeug wer­den und ich wer­de gleich­zei­tig als Nut­zer, Kon­su­ment, Bür­ger oder An­ge­stell­ter im­mer öf­ter mit KI kon­fron­tiert sein.
    […]
    Ich ver­su­che ab jetzt hier im Blog im­mer mal wie­der auf­zu­schrei­ben, was mir mit KI pas­siert ist, was ich da­mit ge­macht habe, wo es fürch­ter­lich war. Höchst­wahr­schein­lich wer­den vie­le Sa­chen sehr schnell, sehr schlecht al­tern.
    ich fin­de das eine her­vor­ra­gen­de idee fest­zu­hal­ten wie ich KI nut­ze und wie sich das über die zeit ge­ge­be­nen­falls än­dert. vor al­lem wenn ich be­den­ke, was sich in den 14 mo­na­ten seit mei­nem ers­ten mit kir­by ver­öf­fent­lich­ten ar­ti­kel ge­tan hat. wenn ich mich recht er­in­ne­re, habe ich da­mals, also vor et­was über ei­nem jahr zwar ge­le­gent­lich schon chatGPT be­nutzt, aber zum bei­spiel das mi­gra­ti­ons­script noch klas­sisch ge­baut: selbst goog­len, ge­fun­de­ne scrip­te um­bau­en, tes­ten, mehr goog­len, mehr tes­ten, wei­ter um­schrei­ben, de­bug­gen und op­ti­mie­ren. sehr ge­hol­fen ha­ben mir bei der pla­nung und um­set­zung der neu­en wir­res.net-ver­si­on zu­erst auch bas­ti­an all­gei­ers kir­by tu­to­ri­als. ich habe von bas­ti­an viel über kir­by ge­lernt und vor al­lem über struk­tu­rier­te und sau­be­re php-pro­gram­mie­rung. und ich habe da­mals sehr, sehr viel selbst am code ge­macht.
    ge­le­gent­lich habe ich dann auch chatGPT im chat-mo­dus um code-snip­pets ge­be­ten, aber das copy&pas­ten und die kor­rek­tur­schlei­fen wur­den dann sehr schnell läs­tig und ich habe mir von chatGPT er­klä­ren las­sen wie ich VS-code als pro­gram­mier­um­ge­bung, in­klu­si­ve chatGPT un­ter­stüt­zung ein­rich­ten und nut­zen kann.
    VS-code war dann für mich ein game ch­an­ger. ich habe im­mer schon di­rekt al­les auf dem live-ser­ver „ent­wi­ckelt“, per SFTP cli­ent und BBE­dit. da VS-Code auch di­rekt auf dem ser­ver lau­fen kann (per SSH), habe ich dann mit VS-code zu zweit, also mit un­ter­stüt­zung von chatGPT di­rekt auf dem live-ser­ver am code ge­ar­bei­tet. mit VS code ist das wirk­lich an­ge­nehm, trans­pa­rent und aus mei­ner sicht auch si­che­rer als mein gef­ri­ckel vor­her: alle code­än­de­run­gen wer­den im edi­tor mar­kiert und sind re­ver­si­bel. zu­sätz­lich habe ich an­ge­fan­gen än­de­run­gen mit git (auf dem ser­ver) lo­kal zu ver­sio­nie­ren.
    so habe ich mo­na­te­lang an wir­res.net rum­ge­schraubt bis mir ir­gend­wann cur­sor über den weg lief. cur­sor nutzt im prin­zip auch VS-code, aber da­hin­ter sind sehr vie­le mög­li­che LLMs. ich be­zah­le cur­sor eine mo­nat­li­che ge­bühr und kann da­für eine gros­se aus­wahl an agents nut­zen, näm­lich die, die der cur­sor agent ge­ra­de für ge­eig­net für die auf­ga­be hält.
    Ich bin kein ein­zel­nes Mo­dell, son­dern der Agent-Rou­ter in Cur­sor. Ich lese euer Set­up, füh­re Be­feh­le aus, än­de­re Da­tei­en und den­ke mit.
    in der re­gel las­se ich die agen­ten­aus­wahl auf auto. aber ge­le­gent­lich, wenn die au­to­ma­tisch aus­ge­wähl­ten agents nicht so ar­bei­ten wie ich das wün­sche, stel­le ich eine wei­le auf teu­re­re und bes­ser mit­den­ken­de agents um, de­ren nut­zung bei mei­nem abo-mo­dell al­ler­dings be­grenzt ist.
    seit der um­stel­lung auf ei­nen hetz­ner ser­ver, sind hier und da per­for­mance pro­ble­me sicht­bar ge­wor­den die vor­her nicht ins ge­wicht fie­len. die stan­dard (auto) agents ha­ben da teil­wei­se kei­ne be­frie­di­gen­den lö­sun­gen oder an­sät­ze ge­fun­den. eine ex­pli­zi­te um­stel­lung auf (clau­de) opus-4.8 hat dann sehr viel klü­ge­re und struk­tu­rier­te­re vor­schlä­ge ge­a­m­acht, die so ef­fek­tiv wa­ren, dass die grund­last des ser­vers von ei­nem lau­ten rau­schen zu ei­nem lei­sen plät­schern ge­wor­den ist.
    das scheint mir das wirk­lich gute an cur­sor zu sein: ich muss nicht bei meh­re­ren KI-fir­men kon­ten an­le­gen und geld zah­len — und kann sie trotz­dem alle nut­zen.
    hei­ko deu­tet das auch an: es ist wich­tig zu wis­sen was man will und wie das al­les grund­sätz­lich funk­tio­nie­ren soll. dann kann man KI-agen­ten als spar­rings­part­ner mit­den­ken las­sen und ideen um­set­zen las­sen. die KI denkt manch­mal in ab­sur­de oder viel zu kom­pli­zier­te rich­tun­gen. aber wenn ich die ar­beit wie ein ar­chi­tekt an­ge­hen, also ei­nen plan und das gros­se und gan­ze im kopf habe, dann kann man die KI wie ei­nen hand­wer­ker oder fach­in­ge­nieur nut­zen.
    seit ein paar wo­chen nut­ze ich co­ty­pist, das ist eine KI die lo­ka­le mo­del­le nutzt um beim tip­pen wort- oder satz­ver­voll­stän­di­gun­gen zu ma­chen. das hilft mir vor al­lem da­bei mit we­ni­ger buch­sta­ben­dre­hern zu schrei­ben und ge­le­gent­lich ei­nen ti­cken schnel­ler zu schrei­ben. das ist ein biss­chen so wie das tip­pen auf dem ipho­ne, nur et­was bes­ser und kon­text-sen­si­bler als das was ap­ple in iOS bie­tet. kein game ch­an­ger, aber sehr prak­tisch.
    was mei­ne tex­te hier auf wir­res.net an­geht oder mei­nen vor­trag: ich schrei­be al­les selbst. aber ich habe ge­merkt, dass ich LLMs als re­so­nanz­raum, ein­schät­zer, zu­sam­men­fas­ser und plau­si­bi­li­täts­che­cker sehr ger­ne nut­ze. für län­ge­re tex­te oder mei­ne re­pu­bli­ca ses­si­ons nei­ge ich dazu mir wahn­sin­nig vie­le no­ti­zen zu ma­chen und dann ge­le­gent­lich den über­blick über mei­ne no­ti­zen und quel­len zu ver­lie­ren. da sind LLMs, oder cur­sor, teil­wei­se sehr hilf­reich um mich in mei­ner ge­dan­ken­welt zu ori­en­tie­ren und mir mei­ne ei­ge­nen no­ti­zen kurz und knapp zu er­klä­ren.
    ge­le­gent­lich habe ich LLMs ge­be­ten mei­nen schreib­stil zu imi­tie­ren, aber das hat bis­her noch nie ein be­frie­di­gen­des er­geb­nis ge­bracht. vor ein paar jah­ren habe ich üb­ri­gens et­was ähn­li­ches ge­macht, nur dass da nicht ein LLM mei­nen schreib­stil imi­tie­ren soll­te, son­dern eine ghost­wri­te­rin. auch das hat da­mals nur so mit­tel­präch­tig funk­tio­niert.
    beim schrei­ben die­ses ar­ti­kels fiel mir ein zi­tat ein das ich in den letz­ten ta­gen auf­ge­schnappt hat­te. nach et­was nach­den­ken fiel mir ein, dass das wohl in ei­nem vi­deo ge­we­sen sein muss­te. zu­erst frag­te ich chatGPT, der war zu doof, aber ge­mi­ni ver­stand mich: promt
    in die­sem vi­deo spricht ei­ner der de­si­gner von nost­al­gie und dass nost­al­gie sich ei­gent­lich auf et­was be­zieht, was in der ver­gan­gen­heit der neue heis­se scheiss war. fin­dest du das zi­tat so, oder soll ich mal das tran­script hier­rein copy & pas­ten? ant­wort
    Ja, ich habe die Stel­le ge­fun­den! Das ist ein zen­tra­ler Punkt des Ge­sprächs zwi­schen Fla­vio Man­zo­ni (Fer­ra­ri Chief De­si­gner) und Jony Ive.
    Das Zi­tat bzw. der Ge­dan­ken­gang fin­det sich vor al­lem im Ka­pi­tel "The Fu­ture of Fer­ra­ri" (ab ca. 17:23). Fla­vio Man­zo­ni zi­tiert dort den Kom­po­nis­ten Gus­tav Mahler, um Fer­ra­ris Phi­lo­so­phie zu er­klä­ren:
    "Tra­di­ti­on is not the wor­ship of as­hes. Tra­di­ti­on is the pre­ser­va­ti­on of fire."
    (Tra­di­ti­on ist nicht das An­be­ten der Asche, son­dern die Wei­ter­ga­be des Feu­ers.)
    Zu­vor (ab ca. 09:00 und spä­ter ab 18:15) führt er die­sen Ge­dan­ken wei­ter aus: Er er­klärt, dass wir heu­te in ei­ner Ära mit ei­nem sehr star­ken "nost­al­gic ap­proach" le­ben, in der die Leu­te oft nur zu­rück­bli­cken. Er be­tont aber, dass Iko­nen wie der Fer­ra­ri F40 (der heu­te In­be­griff der Fer­ra­ri-Nost­al­gie ist) zum Zeit­punkt ih­res Er­sch­ei­nens ex­trem kon­tro­vers und ra­di­kal neu wa­ren.
    das hät­te ich auch mit leich­tig­keit in 20 mi­nu­ten selbst raus­fin­den kön­nen, in­dem ich in dem vi­deo rum­sprin­ge oder das trans­script copy & pas­te und mir pas­sen­de such­be­grif­fe aus­den­ke. aber so­was eine KI ma­chen zu las­sen ist schon eine ech­te er­leich­te­rung.
    wo­bei es mir bei der nut­zung von KI we­ni­ger ums zeit­spa­ren geht, mit KI kann ich din­ge um­set­zen, die ich vor­her nicht hät­te um­set­zen kön­nen. zeit spart das meis­tens nicht, weil al­les was ich KI ma­chen lässt im­mer noch­mal 2-3 (und manch­mal sehr viel mehr) kor­rek­tur­läu­fe und neu­an­sät­ze braucht. aber das ist das we­sen von werk­zeu­gen: man kann mit ih­nen tol­le sa­chen bau­en, wenn man weis was man will und was man tut.
    oder um­ge­kehrt: werk­zeu­ge er­wei­tern die fä­hig­kei­ten ih­rer nut­zer, aber auch de­ren feh­ler und irr­tü­mer. sie er­set­zen we­der ge­schmack noch ur­teils­ver­mö­gen. um aus ei­ner span­plat­te et­was schö­nes zu ma­chen, braucht man mehr als eine kreis­sä­ge. und die letz­ten jahr­zehn­te ha­ben ge­zeigt, dass bes­se­re werk­zeu­ge nicht au­to­ma­tisch zu bes­se­ren er­geb­nis­sen füh­ren. dank kreis­sä­gen und mo­der­nen plat­ten­bau­ma­te­ria­li­en hat sich die welt mit bil­li­gen, aus­tausch­ba­ren mö­bel­schrott ge­füllt — oder wie man heu­te sa­gen wür­de: span­plat­ten-slop.


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