Heute ist der Digitale Unabhängigkeitstag. Ein breites Bündnis ruft dazu auf, sich aus der Abhängigkeit der großen US-Plattformen zu lösen.
Der Aufruf ergänzt ganz gut meinen regelmäßigen digitalen Frühjahrsputz und verdichtet gleichzeitig den Takt auf monatlich. Digitaler Unabhängigkeitstag ist nämlich jeden ersten Sonntag im Monat. Das passt perfekt, weil jeden zweiten Samstag im Monat ist ja schon PRÜF Demo und so kommt sich das nicht in die Quere und schafft gleichzeitig eine regelmäßige Verbindlichkeit.
Die Kampagnenseite liefert ein paar gute Ideen und Anleitungen für den Wechsel einzelner Dienste. Ich nehme mir erst mal einen großen Brocken vor, den ich nach und nach abarbeite. Die E-Mailadresse.
Meine Mailadresse ist mein ältester und wahrscheinlich wichtigster digitaler Dienst. Zum einen stehe ich damit im Kontakt mit Menschen und Institutionen, zum anderen dient sie als zentrales Identifikationsmittel für alle meine anderen Logins und Zugänge. Username, vergessene Passwörter, Einmal-Logincodes – ohne Mailadresse geht gar nichts. Ich habe mehrere Mailadressen, meine wichtigste ist aktuell noch meine Gmail-Adresse. Der Plan: Gmail-Adresse nach und nach ablösen.
Schritt 1:
Gmail als Identifikationsmittel ablösen.
Schritt 2:
Die Kommunikation umstellen. D.h. nach und nach persönliche Mails nicht mehr über Gmail schreiben und meine Mailkontakte immer wieder über den Mailumzug informieren.
Im ersten Schritt heisst das alle meine Accounts und Logins von Gmail auf eine Mailadresse umstellen, die ich selbst in der Hand habe. In meinem Fall eine Mailadresse, die an einer meiner Domains hängt. Also z.B. sowas wie kontakt@bielinski.de. Ich werde dazu ein Catch-All-Postfach nutzen. Das funktioniert so:
Ich lege ein Postfach an: *@meinedomain.de. Das Postfach nutze ich nur für die Registrierung von Accounts, nicht zur Kommunikation. D.h. es ist nur relevant für Einmal-Passwörter (2-Faktor-Authentifizierung) oder die Passwort-vergessen-Funktion. Das Catch-All-Postfach ermöglicht es vor den Domainnamen eine beliebige Zeichenfolge zu setzen, d.h. ich kann bei jedem Dienst eine eindeutige Mailadresse verwenden. Mails an ebay@meinedomain.de, facebook@meinedomain.de und amazon@meinedomain.de landen alle im selben Postfach, ohne dass ich dazu jedes Mal ein neues Postfach anlegen muss. Zusätzlich kann ich dadurch vielleicht noch sehen, welcher Dienst wie großzügig mit meinen Daten umgeht, wenn Werbe- oder Spam Mails z.B. an fitnesstudio@meinedomain.de ankommen, gibt das Fitnessstudio vielleicht meine Daten weiter oder wurde gehackt.
Schritt 2 werde ich erst angehen, wenn Schritt 1 umgesetzt ist. Und das wird dauern. Mein Passwortmanager sagt, dass knapp 260 Accounts auf meine Gmail-Adresse registriert sind. Das wird Handarbeit. Zur besseren Motivation und um den Überblick zu bewahren habe ich mir ein Spreadsheet mit den Accounts angelegt und lasse mir in dieser kleinen Infografiken den aktuellen Stand meiner Umzugsarbeiten anzeigen.
Beim Durchgehen durch alle Accounts werden sich auch einige Zugänge finde, die ich nicht mehr brauche und löschen kann. Mit meinem Strava-Account fange ich da mal an. Da werden nur noch Läufe von einer anderen Plattform hingespiegelt und das hat eigentlich keinen Zweck mehr und verursacht nur Datenspuren.
@heibie 260 Accounts umziehen? Uiuiui… wohl eher Digitaler Unabhängigkeitsmonat.