Dienstleistung des Todes
Es ist wunderbarerweise die Woche der einfachen, schnellen Lösungen durch freundliche und hilfsbereite Menschen, in der man keinen Nerv für Komplikationen durch Misanthropen hätte.
Ich lese Christians Text über die erste Woche nach dem Tod seiner Mutter. Genau an dem Tag, an dem diese Woche vor einem Jahr für mich begonnen hat.
Ich musste nicht ganz so viel erledigen wie Christian - ein Elternteil lebt weiter - aber vieles was er beschreibt erkenne ich wieder. Airbrush-Art ist auf Urnen angekommen, Zeitungsanzeigen sind, zumindest auf dem Land, noch Standard und echte Menschen reagieren noch menschlich.
Es gibt viel zu regeln in dieser ersten Woche. Höchstwahrscheinlich kann man perspektivisch sehr vieles davon automatisieren und von KI abarbeiten lassen.
Ich könnte wirklich viel empört-genervtes über meine Erfahrungen mit der Vodafone-Telefonhotline verbloggen, aber die ehrlich geäußerte Anteilnahme einer Mitarbeiterin als ich in dieser ersten Woche vor einem Jahr den Anschluss umgemeldet habe war irgendwie nett und tröstlich.
Ich hoffe, wir - das gesellschaftliche wir - schaffen es bei aller technologischen Optimierungsgetriebenheit in den kommenden Jahren an den richtigen Stellen den Human in the Loop beizubehalten oder einzubauen. Ein Auto kann von mir aus ein Chatbot zulassen, bei der Organisation einer Beerdigung finde ich einen echten Menschen am anderen Ende der Leitung oder des Tresens sehr hilfreich.
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