Post von @heibie – S02E03: DEH-ESS-GEH-FAU-OHH! đŸŽ¶đŸŽ”đŸ•ș

Beruflich musste ich mich in den letzten Wochen sehr viel mit der neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) befassen. Alle Kunden waren da ein bisschen aufgeregt. Und zwar alle gleichzeitig und alle zwei Wochen vor Fristende. Irgendwann ist mir dann aufgefallen, dass man DSGVO super auf diesen alten Disco-Hit singen kann. Ab da war alles nur noch halb so schlimm (und wenn ihr wirklich auf den Link geklickt habt, habt ihr jetzt einen Mörderohrwurm)

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Meine Tochter hört immer wieder gerne Die drei !!! – Hörspiele. Wer die nicht kennt: das ist das weibliche GegenstĂŒck zu Die drei ???. Drei Detektivinnen lösen hier die FĂ€lle. Eigentlich eine gute Idee, aber:

Die Jungs schlagen sich mit Teufeln, Totenköpfen und Mumien herum, die MÀdels ermitteln auf dem Laufsteg, dem Ponyhof und sind ansonsten stÀndig verliebt und haben Trouble mit den Boys. Warum und WTF?!

BegrĂŒndung von meinem Stammtisch (ausgedacht, ehrlich!): „Es wird ja gekauft. Schminken, Love & Fashion. So sind sie halt, die Girls.“

BegrĂŒndung vom Verlag: „Im Leben vieler ZehnjĂ€hrigen spielen Mode, Lifestyle und Jungs nun mal eine große Rolle, der Verlag bediene also nur, was von den Leserinnen erwartet wĂŒrde. Und aufgrund unterschiedlicher Interessen sei eine Trennung in Jungen- und MĂ€dchenthemen durchaus sinnvoll.“ (Quelle)

Meine Tochter hört gerade auch sehr gerne die Teufelskicker – Hörspiele. Ich hab sie gefragt, was sie an denen besser als an den Wilden Kerlen findet (Thema ist ja Ă€hnlich) und sie meint: „Da spielen mehr MĂ€dchen mit“. Ich hab das inhaltlich nicht gegengeprĂŒft (in der offiziellen Mannschaftsaufstellung ist nur ein MĂ€dchen vermerkt), aber sie nimmt das auf jeden Fall so wahr und fĂŒr sie ist das ein wichtiges Kriterium.

Vielleicht ist es ja auch so: MĂ€dels interessieren sich primĂ€r gar nicht fĂŒr Duell der Topmodels und Kuss-Alarm, sondern fĂŒr Geschichten mit weiblichen Protagonistinnen. Der Markt kombiniert das aber immer noch viel zu oft mit den bekannten Klischees (oder lĂ€sst weibliche Figuren nur am Rand laufen), anstatt sich mal was Neues auszudenken. Ich wĂŒrde dafĂŒr gerne bezahlen, meine Tochter wĂŒrde es gerne lesen/hören/kucken.

Und weil man ja nicht immer nur meckern soll, hier gleich ein Serien-Tipp, der es besser macht: Willkommen in Gravity Falls (Netflix). Die Geschwister Mabel und Dipper erleben bei ihrem etwas seltsamen Gronkel Sam spukige Abenteuer. Die Serie ist sehr witzig (auch fĂŒr Erwachsene) und bietet mit Mabel eine weibliche Hauptfigur, die schon am Ende der ersten Folge abseits gĂ€ngiger Girls-Klischees handelt. Kann man gut mit etwas Ă€lteren Kindern, so ab 8-10, anschauen.

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Wo kommen diese ganzen Rollenklischees her? Wie funktionieren Beziehungen zwischen MĂ€nnern und Frauen? Und hat Prince Charles Diana wirklich geliebt? Es gibt einen Comic, der all diese Fragen (und mehr) beantwortet.

Autorin: Liv Strömquist (schwedische Feministin), Titel: Der Ursprung der Liebe. Und dann noch dieses Cover!?

Mein Stammtisch (ausgedacht, ich schwör!) wechselt da schnell das GesprĂ€chsthema auf Fußball. Gute Idee, weil die Leseempfehlung hab ich aus einem Fußballpodcast. Strömquist zeichnet sowas wie eine Kulturgeschichte der Romantik (mit vielen Fußnoten). Was extrem dröge und anstrengend klingt, ist in Wahrheit sehr, sehr witzig und vollgepackt mit popkulturellen Anspielungen. Großer Erkenntnisgewinn, große Empfehlung!

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Noch mehr Comic: Nerdgirl von Sarah Burrini, Girlsplaining von Katja Klengel und ein Deutschlandfunk-Feature ĂŒber Geschlechterklischees im Comic.

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Marlies KrĂ€mer hat ihre Sparkasse verklagt weil auf dem Überweisungsvordruck nicht „KundIN“ steht.

Mein Stammtisch (fiktiv, logo!) so: „ Soll sich mal nicht so haben. Gibt’s denn keine grĂ¶ĂŸeren Probleme?“

Und Marlies KrĂ€mer so (den Besucher aus Berlin bitte mit ausgedachter Stammtisch aus MĂŒnchen ersetzen):

„Das, geschĂ€tzter Besucher aus Berlin, ist eine typisch mĂ€nnliche Frage. Sprache ist Ausdruck von Denken, FĂŒhlen, Reden, Tun und Handeln. Sie ist unser wichtigstes Integrationsmittel und unser höchstes Kulturgut! Aber wir Frauen kommen in unserer Muttersprache gar nicht vor! Als gĂ€be es uns ĂŒberhaupt nicht! Obwohl wir mit 52 Prozent die Mehrheit der Bevölkerung darstellen. Wir werden stĂ€ndig geschlechtsumgewandelt, zum Mann umfunktioniert und damit totgeschwiegen. Sprache beeinflusst unser Denken und bestimmt folglich auch unser Handeln.“

Die Frau ist 80 Jahre alt und hier ist ein schönes Portrait ĂŒber ein beeindruckendes Leben.

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Viele Menschen glauben gerade ja wieder, frĂŒher sei alles besser gewesen. (WĂ€hlscheibentelefon, Frau am Herd und Sendeschluß um Mitternacht). Die Zahlen von Hans Rosling stören da nur, die SchönfĂ€rberei von Christian Stöcker sowieso.

FrĂŒher war jedenfalls ganz schön viel scheiße. FrĂŒher wurden z.B. unverheirateten Frauen ihre Kinder zur Adoption abgeschwatzt (wegen Schande). In Deutschland. Bis mindestens Ende der 70er Jahre. Unfassbare Geschichte im aktuellen ZEIT Magazin (ZEIT+, kostet die Mailadresse) und bei Bayern2.

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Jetzt aber mal genug von dem ganzen Frauenkram. Kommen wir zum mÀnnlichsten Musikgenre der Welt: 80er-Jahre-Hairmetal! Ein wogendes Meer aus hochtoupierten Haaren. Unfassbar.

Schon immer eine geschmackvolle Frisur hat: Bernd Begemann. Er ist jetzt auf Instagram und fÀhrt mit seiner Tochter in Urlaub. Folgen!

Auch folgen (nur wenn ihr wollt): Playlist zu diesem Newsletter.

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The Baboon Show – Holiday

Ich hab meiner Tochter Manowar vorgespielt („Nicht so mein Geschmack, Papa„) und Plattencover gezeigt. Dann hat sie mich gefragt, ob eigentlich auch Frauen in Rockbands spielen. Aus Reflex hĂ€tte ich beinahe Doro gesagt. Zum GlĂŒck sind mir dann aber noch The Baboon Show eingefallen. Radio Rebelde ist jetzt schon mein Sommeralbum 2018 (und der Sommer fĂ€ngt gerade wĂ€hrend ich das tippe erst offiziell an)

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Danger Dan – Sand in die Augen

Text-Bildschere-Video. Danger Dan aus der Antilopen Gang ist ein feiner Kerl und sagt schlaue Sachen.

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Pennywise – Won‘t give up the fight

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ABBAY – Plastic

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Ash feat. The Undertones – Teenage Kicks

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Adam Angst – Alexa

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Naked Lunch – Here come the bells

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Donots – Keiner kommt hier lebend raus

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Biffy Clyro – Many of horror (unplugged)

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In eigener Sache:

Ich mache beim „Lerntreff Deutsch“ im Gasteig MĂŒnchen als Tutor mit und wir sind dringend auf der Suche nach weiteren, ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen. Alle Infos hab ich hier zusammengeschrieben. Ich freue mich, wenn ihr das weiterverteilt, rumerzĂ€hlt oder vielleicht sogar selbst mal vorbeischaut!

Einen kleinen Twitterbot hab ich gebaut. Der @marcuswiebot wird mit allen Texten der Band Kettcar gefĂŒttert und remixed daraus neue, bisher nicht dagewesenen Textzeilen.

Bei dasnuf.de durfte ich einen Fragebogen zum Dauerbrennerthema Medien, Familie, Kinder und Gedöns beantworten.

Und ĂŒber die Pfingstferien waren wir auf Korsika, haben Nutztiere gesehen, meine Frau hat ihre haushohe Überlegenheit in Krisensituationen bewiesen, wir sind gewandert, gewandert, gewandert, gewandert und im Stau gestanden.

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Der Witz zum Schluß kommt von Patricia:

„Mama, Mama! Mir ist kalt 
“ – „Stell dich in die Ecke, die hat 90 Grad.“

Wenn Ihr auch einen Lieblingswitz habt, dann schickt mir den doch bitte an postvon@heibie.de. Ältere Ausgaben meines Newsletters kannst Du im Archiv nachlesen.

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