Cine Velo City, Bergradweg und Gerüche
Das Cine Velo City fährt dieses Jahr zum ersten Mal mit den Münchner Gschichten durch die Stadt. Ich hab mich an zwei Abenden mit meinem Camping Stuhl dazugesetzt und mitgeschaut.
Am ersten Abend gab es Kommissar Pascha am Weißenburger Platz in Haidhausen, anwesend vor Ort Autor Su Turhan und Hauptdarsteller Tim Seyfi. Am zweiten Abend am Paulaner Platz dann der Dokumentarfilm 2467km. Von München ans Schwarze Meer auf einem SUP für den guten Zweck. Im Vorprogramm liefen Unter Denkmalschutz, eine Minidoku von Želimir Žilnik über die beginnenden Gentrifizierung Haidhausens in den 1975ern und Glückstag, ein Kurzfilm über einen Pfandflaschensammler an der Isar.
Das Cine Velo City wird von seinen Machern Tanja Krainhöfer und Patrik Thomas mit Lastenrad und Anhänger flexibel durch die Stadt geradelt. Die Münchner Gschichten sind kostenlos, man muss sich nicht anmelden, einfach stehen bleiben, schauen, dazusetzen. Kein kommerzielles Open-Air-Kino, sondern ein niedrigschwelliger Anlass für die direkte Nachbarschaft zusammenzukommen. Die Filme dabei meistens mit direktem Bezug zur Stadt oder sogar zum Viertel.
Hat super funktioniert fürs erste Mal. Zwei gut investierte laue Sommerabende. Möge daraus eine Regelmäßigkeit werden. Ein paar Stationen macht das Kino noch auf der Ostseite der Isar.

Mal wieder meine 10 Kilometerlaufstrecke variiert und dem Giesinger Berg einen Besuch abgestattet. Eine einzige Baustelle für breitere Fuß- und Radwege. Im winterlichen Kommunalwahlkampf hat die CSU da noch Plakate und Reels gegen den Umbau in Stellung gebracht. Am Ende hat das nur zu 20% gereicht und vielleicht kann man das jetzt auch mal als Zeichen für die Politik sehen, dass die meisten Menschen in der Stadt bereit sind für den Umbau.


Ich wohne seit 18 Jahren in einem Stadtteil Münchens, der auch Franzosenviertel genannt wird. Trotzdem war ich erst jetzt zum ersten Mal Boule spielen. Am Bordeauxplatz. Zu meiner Verteidigung: ich hatte keine Baskenmütze auf und kein Baguette in der Hand.

Es gibt sie auch in dieser schönen Stadt. Orte, die nach Pisse riechen. Orte, wo man verlässlich weiß: man kann sich hinstellen, einmal tief einatmen und man weiß genau was kommt, weshalb man meistens lieber nicht tief ein, sondern flach ausatmend schnell durchgeht. Der Durchgang vom Tal zum Marienplatz ist so ein Ort. Quelle odeur, wie wir hier im Franzosenviertel sagen.
Kommentare (0)
Noch keine Kommentare.
Kommentar schreiben