Einen Minecraft-Server für Kinder einrichten

Eigener Minecraftserver auf einem lokalen Rechner

Inhaltsverzeichnis

Die Minecraft Server Software steht kostenlos zur Verfügung. Sie läuft auf allen gängigen Plattformen, d.h. man kann einen Server auch einfach auf dem lokalen PC oder Mac starten. Damit der Server dann auch von außen zugänglich ist, muss man aber noch ein paar Anpassungen vornehmen.

Auf einem alten 2007er Macbook lief der Server nicht mehr stabil, auf dem 2009er Macbook Pro gab es bei fünf angemeldeten Spielern keine Performance Probleme, auf noch neueren Geräten sollte es auch klappen. Man kann dafür z.B. auch einen RaspberryPi (ab Version 2) nehmen. Dafür gibt es eine eigene Pi Edition und man blockiert nicht den Desktop-Rechner, den man vielleicht parallel zum Arbeiten braucht.

Meine Anleitung bezieht sich auf eine Mac-Installation. Das sollte auf einem PC aber ähnlich möglich sein.

Die aktuelle JAVA-Version runterladen und installieren


Die Minecraft Server Software runterladen und ablegen (z.B. auf dem Desktop in einem eigenen Ordner). Die aktuelle Version heißt immer „minecraft_server.x.xx.x.jar (wobei xxx für die Versionsnummer steht)


Die Datei „minecraft_server.x.xx.x.jar“ doppelt klicken (Je nach Sicherheitseinstellungen auf dem Mac mit gedrückter ALT-Taste und danach bei dem aufpoppenden Sicherheitsmeldung noch einmal bestätigen)


Jetzt öffnet sich ganz kurz ein Fenster und verschwindet dann aber wieder. Das Minecraft-Verzeichnis sollte nun ungefähr so aussehen:


Die Datei „eula.txt“ mit Doppelklick öffnen und den Eintrag „eula=false“ abändern in „eula=true“. Die Datei speichern.


Die Datei „minecraft_server.x.xx.x.jar“ nochmal doppelt klicken. Es öffnet sich wieder das Fenster und bleibt dieses mal offen.

Im Minecraft-Verzeichnis sind noch ein paar Dateien dazugekommen.


Der Server läuft jetzt und man kann sich damit verbinden. Allerdings nur, wenn man sich im lokalen Netz befindet. Für eine Verbindung mit dem Server braucht man die Serveradresse. Spielt man von dem Rechner aus, auf dem auch der Server läuft reicht die Eingabe von „localhost“. Andere Rechner im lokalen Netz benötigen die interne IP-Adresse des Serverrechners. Diese findet man unter OSX z.B. in den „Systemeinstellungen -> Netzwerk“.


Mit dieser IP-Adresse können sich jetzt alle lokalen Rechner im lokalen Netz mit dem Server verbinden. In Minecraft klickt man auf „Mehrspieler“.


Dann auf „Direkt verbinden“


Jetzt die IP-Adresse des Servers eingeben und auf „Server beitreten“ klicken.


Damit der Server jetzt auch aus dem Internet erreichbar ist, muss man einige Einstellungen am Router vornehmen. Das ist je nach verwendetem Modell unterschiedlich. Der Router sollte Port-Forwarding und Dynamisches DNS unterstützen. Die meisten Fritz-Boxen machen das. Meine Beschreibung basiert auf der Oberfläche der Cable FritzBox 6360.


Die Adminoberfläche der FritzBox im Browser aufrufen (meisten unter fritz.box erreichbar) und anmelden.


Auf „Internet->Freigaben->Portfreigaben“ klicken.


„Neue Portfreigabe“ auswählen, ausfüllen und speichern. Der Port 25565 ist der Minecraft-Standard-Port. Im Feld „am Computer“ wählt man den Computer aus, auf dem der Server läuft, die IP-Adresse wird dann normalerweise automatisch ausgefüllt.


Jeder Internetzugang tritt nach außen mit einer eigenen IP-Adresse auf. Die kann man rausfinden, wenn man z.B. hier klickt. Wenn jetzt jemand von außerhalb diese IP-Adresse in Minecraft eingibt, wird er über die soeben eingerichtet Port-Weiterleitung mit dem Server verbunden. Teilt man also den Freunden die eigene externe IP-Adresse mit, können diese sich damit verbinden. Das Problem dabei: bei vielen privaten DSL-Anschlüssen ändert sich diese IP-Adresse immer mal wieder. Hat man also keine statische IP-Adresse gebucht, muss man unter Umständen vor jedem Spiel die neue IP-Adresse durchgeben. Um das zu vermeiden, gibt es einen zusätzliche Dienst. Den dynamischen DNS-Service. Der dient als eine Art automatische Weiterleitung.


Bei noip.com legt man sich einen Zugang an.


Dann zurück zur FritzBox und in „Internet->Freigaben->Dynamic DNS“. Dort gibt man die Zugangsdaten von noip.com ein.


Jetzt sollte die FritzBox automatisch die aktuelle, externe IP-Adresse an noip.com melden und man ist damit von außen über die gewählte dynamische Domain erreichbar.

Bei noip.com legt man dafür einen DynDNS-Eintrag an. Dort entscheidet man sich für einen festen Hostnamen, wie z.B. meinminecraftserver.ddns.org. Hat die Verbindung mit der FritzBox geklappt, ist der Server ab jetzt auch über die Adresse „meinminecraftserver.ddns.org“ erreichbar und man muss nicht jedes mal die IP-Adresse weitergeben. Nutzt man die kostenlose Version von noip.com muss man aber darauf achten, dass man jede Woche einmal den Eintrag bestätigt. noip.com erinnert daran per Mail.


Ein Sicherheitshinweis dazu: Mit dem Portforwarding öffnet man das heimische Netzwerk ein bisschen mehr nach außen und ist eventuell anfällig für automatisierte Port-Scanner oder Sicherheitslücken im Minecraft-Server. Man sollte sich dessen bewusst sein (Gegenmaßnahme könnte sein, dass man das Port-Forwarding nur aktiviert, wenn man spielen will oder ganz darauf verzichtet und immer nur die externe IP-Adresse weitergibt)

  • Super Beitrag! Und spiegelt meine Erfahrungen mit Kindern und Eltern zum Thema Minecraft ziemlich genau. Wir haben die Phase mittlerweile hinter uns, aber mir hat es Spaß gemacht und ich hab auch manche Stunden alleine gespielt. Die Kinder haben es geliebt, wenn ich mitgespielt habe und waren stolz wie Bolle, wenn sie mir erklärt haben, was sie alles Neues gecrafted haben. Wenn man das Spiel kennt, dann kann man das auch wertschätzen, was die Kinder einem wiederum hoch anrechnen. Ich weiß, unsere Zeit ist kostbar und wir sollten doch lieber alle zusammen an die frische Luft! Minecraft kann auch Waldspaziergänge bereichern, wenn man mit den Kids darüber nachdenkt, wo man an einem Abhang am ehesten nach Kohle suchen würde. Ich sag ja nur.

    • Hallo ich hab deinen Beitrag mit Genuss gelesen dürfte ich dich mal um einen Gefallen bitten wo bekomme ich denn all umfassende Infos um nicht wieder Ochs Vormberg am iPad zu sitzen und es wieder nicht zu schaffen mit meinem achtjährigen Sohnemann zusammen minecraft zu spielen.
      Ich bin leider Generation Pingpong Computerspiele Tischchen mit Drehknopf und mir gelingt einfach nicht der Zugang zu dieser Materie. Bin einfach konsequent lieber im Wald oder an der frischen Luft habe werde mir deine Begeisterung zu Herzen nehmen falls du mir hilfst die richtige Anführungszeichen ……minecraft für dummes……. zu finden…..wirklich ganz ganz besonderen Dank für deine Hilfe

  • Minecraft ist ein kleiner Diamant unter den Computerspielen. Wir hatten sehr lange einen Server am ITSec Lehrstuhl laufen und trafen uns regelmäßig zum „craften“. Sehr schön, dass du es deinen Kindern ermöglichst in diese wunderbare Welt einzutauchen. Es gibt kaum ein kreativeres Spiel auf dem Markt.

    Als Skype Alternative würde ich übrigens teamspeak empfehlen. Das wird üblicherweise in diesen Kreisen eingesetzt und kann eben auch einfach selbst betrieben werden.

    Weitere wunderbare Spiele dieses Kalibers: Kerbal Space Programm und Star Drew Valley. Ersteres spielen übrigens sogar die Astrophysiker der ESA hier an der Münchner Südsternwarte. Nein, das ist kein Witz 😉

  • Vielen Dank, Chris.

    Teamspeak hatte ich zunächst auch überlegt, aber ich wollte den anderen Eltern nicht noch ne neue Software zumuten. Einen Skype-Account hatte schon jeder. Teamspeak können die Kids ja dann in 2 Jahren selbständig einrichten.

    Kerbal Space Program und Star Drew Valley schau ich mir auf jeden Fall mal an.

  • Pingback: Heiko Bielinski
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  • Hallu Heiko,
    Ich bin jetzt kein Elternteil sondern selbst ein aktiver Spieler. Ich denke, für viele Eltern wäre es einfacher, einen Server über einen externen Hoster zu erstellen. Ich nutze zum Beispiel Mine-hoster.de. (1GB RAM – 1 Euro/Monat) Dort hat man über eine Konsole die Befehle eingegeben und kann alle Dateien im Serverordner über einen FTP Dateizugriff verwalten. Außerdem würde ich empfehlen, den Server als Spigot Server laufen zu lassen. Es gibt eine Menge nützliche und einfach zu konfigurierende Plugins, die das Spielgeschehen stark verbessern. Beispielsweise ein Fahrmanager, der den Chat übersichtlicher macht oder das Setzen eines Homepunkts, zu dem man immer per Befehl zurück kehren kann. Oder die Möglichkeit sich auf Stufen setzen zu können.

    Liebe Grüße, Snow

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