15.-17.11.2019 – Aufguss und hör rojell Heiness in Langenburg

Die Hohenloher Kleinstadt Langenburg liegt ziemlich idyllisch oberhalb des kleinen Flusses Jagst. (insgesamt ist das ganze Hohenloher Land ziemlich idyllisch und trotzdem immer noch ziemlich unbekannt. Also wenn ihr mal ein paar idyllische Tage verbringen wollt: Idylle-Geheimtipp!)

Hauptattraktion ist das Schloss und natürlich die Wibele, ein Biskuittgebäck, dass in Langenburg erfunden wurde. Sie sind so famous, dass sie in den 60er Jahren schon der Bürgermeister von Langenburg der Queen (ja, genau, DER Queen.) angeboten hat. Ein frühes Highlight schwäbisch-englischer Sprachkultur, in deren direkter Tradition sich heutzutage z.B. noch EU-Kommissar Guenther Oettinger sieht.

Hohenlohe ist meine Heimatregion und Langenburg war dieses Jahr der Austragungsgort meines alljährlichen Treffens mit Studienfreunden, bzw. genauer eigentlich: männlichen Anhängen von alten Studienfreundinnen.

Da wir uns nicht bei meinen Eltern treffen wollten (nichts gegen meine Eltern, aber ich bin ja jetzt schon über 42 Jahre alt und eh kein Elektroinschinör …) entschieden wir uns für das recht neue Mawell-Resort.

Zu meiner Zeit (™) gab es in Hohenlohe genau ein Wellness-Ressort, das Schlosshotel Friedrichsruhe. Und da ging man als normalsterbliches Arbeiterkind sowieso nie hin, weil da ist auch ein Golfplatz und Golf spielen eh nur Unternehmer und andere Reiche.

Wellness-Resorts sind mittlerweile deutlich niedrigschwelliger (bei Golfplätzen weiß ichs nicht) geworden und Anbieter wie das Mawell-Ressort finanzieren sich wahrscheinlich mindestens zur Hälfte aus 3-Tage-Wohlfühl-Ladies-on-Tour-Paketen, die zu runden Geburtstagen, Hochzeiten und Schwangerschaften gemeinsam verschenkt werden.

Vor 15 Jahren hätte ich mich darüber wahrscheinlich lustig gemacht. An diesem Wochenende fand ich es eigentlich ganz gut, freitags um 15:00 den Bademantel anzuziehen und den dann am Sonntag 14:00 erst wieder abzulegen.

Die Mahlzeiten wurden nämlich größtenteils auch im weißen Frotteeumhang eingenommen. Ein ganzer Speisesaal verständigte sich da für ein Wochenende darauf, dass es vollkommen ok ist, das Abendessen im Bademantel einzunehmen. Drunter alle nackt.

Quatschige Eventausfälle, wie zwanghafte Wortspiele (Reh Lax), „Überraschungsaufguss mit Nika“ (Diskolichter und laut aufgedrehte Jive Bunny and the Master Mixers) und zukünftige, leicht irre, Baupläne des „visonären“ (Hotelprospekt) Mawell-Eigentümers konnte ich ganz gut wegrelaxen.

Am Ende standen acht Saunagänge (Aufguss! Aufguss!), ein ausgelesenes Buch (Laufen von Isabel Bogdan, sehr toll, Empfehlung!) und viel reden mit Menschen, die ich sonst nicht mehr so oft sehe.

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