Standard

Car-Sharing-Anbieter im Vergleich (nicht nur für München) – Update 2021

Seit meinem letzten Anbieter-Vergleich 2019 hat sich schon wieder einiges getan im (Münchner) Car-Sharing-Angebot.

Oply gibt es nicht mehr, DriveNow und Car2Go sind jetzt ShareNow und mit Sixt Share, Miles und Scouter gibt es gleich drei neue Anbieter in der Stadt.

Die Fluktuation verdeutlicht ganz gut, warum Car-Sharing nicht gleich Car-Sharing ist und warum es, wenn man das eigene Auto verkauft, wichtig ist, zu unterscheiden.

stationär vs. free-floating

Um das eigene Auto zu ersetzen, war und ist es für uns am wichtigsten einen stationären Anbieter zu haben, auf den man sich verlassen kann. Bei einem stationären Anbieter stehen die Autos immer am gleichen Ort (d.h. die Parkplatzsuche im Viertel entfällt, es gibt immer einen festen Platz für das Auto), das Fahrzeugangebot bleibt konstant (und wird bei Bedarf ausgebaut) und der Anbieter ist im Idealfall schon länger am Markt, was Planungs- und Zukunftssicherheit bietet. Einen stationären Car-Sharing-Anbieter nutzen ist im Prinzip wie ein eigenes Auto nutzen. Nur das man mehrere Autos zur Auswahl hat und sich nicht darum kümmern muss. Buchen, Fahren, Zurückbringen. Fertig.

Beim Free-Floating stehen die Autos irgendwo in der Stadt am Straßenrand. Man kann bei den meisten Anbietern für längere Fahrten zwar auch im Voraus buchen und hat dann garantiert ein Auto im Viertel stehen, aber es gibt grundsätzlich keine fixen Parkplätze. Nach einer Fahrt muss man erst mal selbst einen Parkplatz suchen.

Die Fahrzeugklassen bei STATTAuto sind eher alltagstauglich ausgelegt. Miniklasse, Mittelklasse und Kombis. Für die meisten Anwendungsfälle reicht das aus. Bei den Free-Floatern präsentieren Mercedes und BMW ihre Flottenhighligts. Fette SUVs, Cabrios und anderer Schnickschnack sind auch bei Miles und Sixt Share im Angebot. Mal ganz nett, aber nicht wirklich gut für den Alltag geeignet. Diese Lifestyle-Freefloater sorgen in den meisten Fällen nicht dafür, dass Menschen ihr Auto verkaufen. Schon alleine die Preismodelle mit inklusiven Kilometertrarifen sind oft nicht darauf ausgelegt wenig zu fahren.

Scouter und Flinkster gehen vom Ansatz her den Weg von STATTAuto. Beide sind Mitglied im Bundesverband Car-Sharing e.V., d.h. die Unternehmensziele orientieren sich an den Vorgaben und Zielen des Verbandes. Es geht v.a. darum eine Alternative zum eigenen Auto zu bieten und Mobilität schlau zu vernetzen. Es gibt keine pauschalen Inklusivkilometer, die zum Vielfahren animieren. Allerdings sind Scouter und Flinkster zonenbasiert. D.h. das Auto hat keinen festen, sicheren Parkplatz. Man muss es in die Ausgangszone zurückbringen und dort dann selbst einen Parkplatz suchen. Das mindert den Komfort ein bisschen.

Eine kleine Liste an pleite gegangenen Anbietern der letzten Jahre zeigt auch noch mal, wie wichtig ein zuverlässiger Anbieter mit jahrelanger Erfahrung und solidem Geschäftsmodell ist:

  • 2013: ZebraMobil
  • 2015: CiteeCar
  • 2015: spotcar
  • 2017: Multicity
  • 2018: BeeZero
  • 2020: Oply

Anbieter, die v.a. ihren Aktionären oder Geldgebern verpflichtet sind, sind oft auf schnelles Wachstum und Markteroberung ausgerichtet. Wenn es dann nicht klappt, wird der Laden schnell zugemacht oder fusioniert. Anbieter, die sich den Grundsätzen des Bundesverbandes Car-Sharing e.V. verschrieben haben, setzen auf nachhaltiges Wachstum und haben als Ziel nicht Marktdurchdringung, sondern intelligente Vernetzung mit dem ÖPNV und wollen ein echter Ersatz für das eigene Auto sein.

Autovermieter

Klassische Autovermietungen, wie Sixt (nicht Sixt Share!) oder Europcar habe ich nicht mit verglichen, weil deren Angebote noch individueller sind, vom Buchungszeitraum und Standort abhängen und es immer mal wieder Sonderangebote gibt. Grundsätzlich kann es aber z.B. bei einem längeren Urlaub oder einem Umzug durchaus sinnvoll sein, vorher mal zu schauen, was die Autovermietung gerade im Angebot hat.

Berechnung

Nicht berücksichtigt bei den Berechnungen habe ich einmalige Aufnahmegebühren, bzw. monatliche Beiträge (7€ bei STATTAuto). Die Kosten bei ShareNow, Miles und sixtShare habe ich tagesaktuell am 28.5.2021 über die jeweilige App am Standort München erhoben. Manche der Anbieter passen ihre Preise zeit- und ortsabhängig flexibel an.

Ich habe die Angaben nach bestem Wissen und Gewissen berechnet. Da die Tarife der Anbieter aber teilweise sehr unterschiedlich gestaltet und die Fahrzeugklassen nicht eins zu eins vergleichbar sind, kann es gut sein, dass mir Fehler unterlaufen sind. Das zugrundeliegende Sheet gibt es hier. Wenn euch was auffällt, einfach in die Kommentare schreiben.

Unterschiedliche Anwendungsfälle

Ich habe für den Vergleich wieder die vier Szenarien aus dem Jahr 2019 genommen und mit aktuellen Daten gefüttert. Es gibt eine kurze Satdtfahrt, einen Ausflug in die Berge, einen Sommerurlaub und einen Umzug innerhalb der Stadt.

Fazit

Für uns bleibt STATTAuto der beste Ersatz für das eigenen Auto. Flinkster ist schon seit Jahren unser Backup, wir mussten es aber bisher nie nutzen. Scouter macht als neuer Anbieter, sowohl vom Ansatz her, als auch preislich einen guten Eindruck und könnte, sollte er sich langfristig in der Stadt halten und vielleicht auch noch ein paar feste Stationen einführen, eine gute Alternative zu STATTAuto werden. Alle anderen Anbieter werden für uns auch in Zukunft kaum eine Rolle spielen.

Die Preise habe ich zwar für München erfasst, viele der Anbieter sind aber auch in anderen Städten aktiv. Und einen vergleichbaren Anbieter zu STATTAuto gibt es in vielen, v.a. auch kleineren und mittleren Städten, bereits seit Jahren, und haben sich dort für viele Kunden als Alternative zum eigenen Auto bewährt.

0 Kommentare zu “Car-Sharing-Anbieter im Vergleich (nicht nur für München) – Update 2021

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.