Von Grainau zum Eibsee

Für die diesjährige Wandersaison haben wir uns vorgenommen öfter mal mit dem Zug, statt mit dem Auto, in die Berge zu fahren. Zum Saisonauftakt am Karfreitag soll es erst mal eine einfache Tour sein, die gut erreichbar ist.

Wir entscheiden uns für den Eibsee. Obwohl wir schon 20 Jahre in München wohnen, haben wir den bisher noch nie besucht.

Der Eibsee liegt direkt unterhalb der Zugspitze. Wenn man in München eine Woche Urlaub macht ist es sehr wahrscheinlich das man auch mal einen Tag zum Eibsee, bzw. auf die Zugspitze fährt.

Die Wanderung um den See herum ist ca. 5 Kilometer lang und dauert 1-1,5 Stunden. Verlaufen kann man sich dabei eigentlich nicht.

Wir starten aber ein bisschen unterhalb vom See, in Grainau. Von dort aus geht es über den ausgeschilderten Wanderweg knapp 250 Höhenmeter zum Eibsee hoch. Das dauert noch mal gut eine Stunden.

Die Hüttenbesitzer von Grainau haben schlechte Erfahrungen gemacht. Deutliche Hinweise sind angebracht.
Die Hüttenbesitzer von Grainau haben schlechte Erfahrungen gemacht. Deutliche Hinweise sind angebracht.

Der Eibsee ist ein Bergsee, wie er im Klischebergbilderbuch steht. Es ist dort wirklich wunderhübsch bei Sonnenschein. Allein allerdings ist man dort nicht. Der See ist sehr gut mit Auto, Reisebus und Bahn zu erreichen. Entsprechend drängen sich die Touristen um den See und später dann zur Zugspitzseilbahn. So früh im Jahr ist es noch einigermaßen erträglich. Im Sommer wird es wahrscheinlich richtig proppevoll.

Der Bub hat extra seine eibseeblaue Tarnjacke angezogen.
Der Bub hat extra seine eibseeblaue Tarnjacke angezogen.

Manchmal sind wir nur noch ein Schatten von uns selbst.
Manchmal sind wir nur noch ein Schatten von uns selbst.
Immer wenn zu viele Touristen am parkplatz ankommen, schickt Gott seinen Zorn per Zornstrahl nach unten.
Immer wenn zu viele Touristen am Parkplatz ankommen, schickt Gott seinen Zorn per Zornstrahl nach unten.

Die Anfahrt mit der Bahn geht eigentlich sehr gut. Bis Garmisch fährt man mit dem Regionalzug. Dort muss man sich dann allerdings entscheiden, wie es weitergehen soll. Und dann wird es ein bisschen kompliziert. Zumindest wenn man gerne Fahrtkosten in Spreadsheets vergleicht.

Es gibt nämlich mehre Ticketmöglichkeiten in verschiedenen Kombinationen um zum Eibsee zu gelangen. Ich will das in der folgenden Tabelle mal kurz für eine Familie (2 Erwachsene, 2 Kinder) für die Hin- und Rückfahrt vorrechnen.

Für die Anfahrt nach Garmisch-Partenkirchen kann man entweder das RegioTicket Werdenfels (29 €) buchen oder das Bayern-Ticket (32 €).

Mit beiden kommt man bis zum Hautpbahnhof Garmisch-Partenkirchen.

Von dort aus kann man dann entweder den Eibseebus nehmen oder aber die Zugspitzbahn. Mit dem Bayernticket ist die Zugspitzbahn inbegriffen (bis nach Grainau), wenn man bis hoch zum See will, muss man zuzahlen. Im RegioTicket Werdenfels ist die Zugspitzbahn überhaupt nicht inkludiert. Der Eibseebus ist in keinem der Tickets enthalten. Mit diesen Voraussetzungen gibt es folgende Möglichkeiten.

Die Preise beziehen sich bei Option 1-4 jeweils auf Hin/Rückfahrt bis zum Eibsee. Option 5 geht nur bis Zugspitzbahnhof Grainau. Von dort aus muss man dann ca. eine Stunde zum See hochlaufen.

Die Kombination mit dem Bayernticket spart also bei Hin/Rückfahrt bis zum Eibsee immerhin 6 €. Das ist ein bisschen ärgerlich, weil man z.B. auf der Seite vom DAV explizit auf das RegioTicket Werdenfels verwiesen wird.

Insgesamt ist die erste Fahrt mit dem Zug in die Berge aber positiv. Die Regionalbahn braucht von München aus knapp 80 Minuten bis Garmisch-Hauptbahnhof. Mit dem Auto schafft man das an einem sonnigen Wochenende normalerweise nicht. Oft gibt es da schon Stau auf der Autobahn, im Landstraßennadelöhr vor Garmisch-Partenkirchen dann aber auf jeden Fall. Sitze/Tischplätze sind auf Hin/Rückfahrt möglich und die Züge verkehren teilweise sogar im Halbstundentakt.

Die Anschlussverbindungen sind mit der Zugspitzzahnradbahn auch zuverlässig und pünktlich. Zu den Busverbindungen kann ich noch nichts sagen. Da ist bisher meine Vermutung, dass man da auch mal gerne im Stau festhängen kann, bzw. Busse nicht zuverlässig kommen.

Und eigentlich mag ich mir als Bahnkunde auch gar keine Gedanken machen, wie ich zum Startpunkt meiner Wanderung komme. Idealerweise ist einfach alles in einem einzigen Ticket inbegriffen. Soweit ich das sehen kann, gibt es da aber in vielen Wanderregionen immer wieder mal Ausnahmen, wo man dann wieder extra für Busse bezahlen muss oder Busverbindungen nicht in der Bahn-App angezeigt werden.

Das wird bei den nächsten Wanderausflügen alles zu beobachten sein.

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