Manifest für einen Journalismus der Dinge

https://19.re-publica.com/session/manifest-einen-journalismus-dinge

@jotlabs

Momentan sind geschätzt mehr als 20 Mrd. vernetzte Dinge online. Dabei ist viel Quatsch, aber auch Sinnvolles. Die Daten landen meistens in einem geschlossenen Silo.

Journalisten, die darüber kritisch berichten wollen, müssen die Dinge auch nutzen, auseinandernehmen und zweckentfremden.

7 Beispiele, wo vernetzte Dinge Journalisten bei ihrer Arbeit geholfen haben.

  1. Project Polar: Journalisten haben über die öffentlichen Daten einer Fitness-App Militärstützpunkte und einzelne Soldaten identifizieren können. https://decorrespondent.nl/8480/this-fitness-app-lets-anyone-find-names-and-addresses-for-thousands-of-soldiers-and-secret-agents/260810880-cc840165
  2. Die NYT hat drei öffentliche Webcams eines Restaurants abgegriffen und mit einer 60$-Software innerhalb von 9 Stunden knapp 2000 Menschen identifiziert. https://www.nytimes.com/interactive/2019/04/16/opinion/facial-recognition-new-york-city.html
  3. Für den WDR bekamen drei Kühe auf unterschiedlichen Hoftypen Sensoren eingebaut. Die Zuschauer konnten verfolgen, wie gut es den Kühen geht, was die Milch so macht. https://superkuehe.wdr.de/
  4. Die Stuttgarter Zeitung hat in der ganzen Stadt 750 eigene Feinstaubsensoren verteilt. Die Daten werden journalistisch aufbereitet. Die 30€-Sensoren wurden mithilfe der Zeitungsleser installiert und aufgestellt.
  5. Sprengstofffischen in Tansania. Journalisten haben im Meer mehrere Hydrophone verteilt um Sprengstofffischern auf die Spur zu kommen. Aufgrund der Recherche ging die Sprengstofffischerei stark zurück. https://www.dw.com/de/auf-der-jagd-nach-dynamitfischern-in-tansania/a-36608011
  6. Der Tagesspiegel hat Fahrräder mit Abstandssensoren ausgestattet um herauszufinden in welchen Abständen Fahrradfahrer von Autos überholt werden. Statt der benötigten 100 Freiwilligen, haben sich 2500 Menschen dafür gemeldet.Die Messmethode war technisch anspruchsvoller und nur dank externer Förderung und Unterstützung möglich. Die Journalisten haben dabei selbst löten gelernt und die Sensoren selbst produziert.
  7. Sensoren überwachen ein Bienenvolk, die Zuschauer können nachverfolgen, wer was arbeitet und wie sich das Bienenvolk entwickelt. https://bienenlive.wdr.de/

Das Manifest für einen Journalismus der Dinge liegt auf Github und kann von jedem ergänzt werden. Am 5.11.2019 findet in Stuttgart wahrscheinlich eine Konferenz zu dem Thema statt. https://github.com/journalismofthings/manifesto

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