Fazit: Familienbett

Zuerst erschienen als Twitterthread

Im neuen @szfamilie schreibt @MeredithHaaf über Schlaf (und dreht dabei den ganz großen Bogen zu Kapitalismus/Industrialisierung). Sehr interessanter Text (nur in Print). Unabhängig von den gesellschaftlichen Aspekten dazu ein paar persönliche Gedanken zum Familienbett.

Ich weiß, das Thema Kinder und Schlaf ist unter Eltern eins der heißesten Eisen und jeder soll es so machen, wie es für sie/ihn am besten passt. Das vorweg. Hier also quasi nur meine persönliche Kundenrezension „Konzept Familienbett“ nach jahrelanger Nutzung.

Vor den Kindern hab ich tatsächlich gedacht, dass die sofort ganz alleine in ihrem Babybett durchschlafen. Das hat sich sehr schnell als sehr falsch rausgestellt und wir sind dann gleich auf Familienbett umgestiegen.

Die 4 häufigsten Fragen/Bedenken die uns dabei begnet sind und wie es dann wirklich war:

1) „Ihr verwöhnt sie. Die bekommt ihr nie mehr aus eurem Bett“
Seit ca. dem 6. Lebensjahr schlafen beide Kinder in ihrem eigenen Bett. Und wenn es noch länger gedauert hätte, auch nicht schlimm. Sie schlafen auch immer wieder gerne auswärts, im Schullandheim und im Zeltlager.

2) „Viel zu gefährlich. Was wenn ihr das Kind erdrückt?“
Ist nie passiert. Allen geht’s heute gut. Der Körper sorgt dafür, dass man aufwacht, bevor man jemand zu erdrückt. Nur trunken sollte man nicht mit den Kindern nebenan schlafen. Nach der Wiesn grundsätzlich aufs Sofa!

3) „Das wär mir viel zu eng. Ich brauche Platz zum Schlafen.“
Kann ich gut verstehen. V.a. wenn die Kinder größer werden hat man öfter auch mal Arme und Beine im Kreuz. Wir hatten die ganze Zeit 3x90cm Matratzen. Da war genug Platz zum Ausbreiten.

4) „Und wenn ihr mal für euch sein wollt?“
Die verdruckste Frage nach ESS-EH-IX 😱. Entwarnung: Wir haben ja dann doch noch zügig ein zweites Kind bekommen. Außerdem kann man auch woanders „für sich sein“.

Jedenfalls: Fand das Familienbett im Großen und Ganzen immer sehr entspannt. Viel entspannter als jede Nacht: Aufstehen, Trösten, Hin- und Herwandern.

Wenn die Kinder aufgewacht sind, haben sie sich meistens schnell wieder beruhigt, weil wir neben ihnen lagen. Meine mich sogar zu erinnern, dass meine Frau quasi im Schlaf das nebenan liegende Baby gestillt hat.

Natürlich waren Nächte auch oft unruhig, es wurde gezahnt, geschrien, das Einschlafen zog sich hin etc. Aber insgesamt glaube ich: wir haben ganz gut Schlaf abbekommen und hatten damit eine Eltern-Baustelle weniger.

Das Allerbeste: es hat sich immer schön und gut angefühlt. Es gibt wenig Besseres als ein kleines, röchelndes Schlafbaby auf dem Bauch liegen zu haben oder vor dem Einschlafen noch ein bisschen versonnen den schnarchenden Dreihjährigen zu begutachten.

Jetzt sind die Kinder (9 und 11) schon ziemlich groß und selbständig, aber manchmal gibt es aus unterschiedlichen Gründen noch vereinzelte, durchgemischte Familien-Schlafsituationen und das freut dann alle Beteiligten sehr.

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