#smarterphone

Dirk hat mir einen Blogstock zugeworfen. Ich beantworte ihn gerne.

Name: Heiko Bielinski
verbringt seinen Tag als … Web-Entwickler, Kundenbetreuer, CMS-Erklärer und Blogger
nutzt ein: iPhone 7

Wie würdest Du Dein Verhältnis zu Deinem Smartphone beschreiben?
Schon sehr eng. Es ist den ganzen Tag bei mir und schläft sogar neben mir. Aus dem Haus gehen ohne fühlt sich, zumindest am Anfang, seltsam an.

Welche App/Funktion nutzt du am häufigsten? (gerne in den Statistiken nachschauen oder aus dem Bauch schätzen)

  1. Sonos-App. Damit steuere ich die Musik in der Wohnung. Da ich momentan auch durchgehend von zu Hause aus arbeite und dabei gerne Musik höre, führt die Sonos-App mit 22% Batterienutzung unangefochten.
  2. Pocket-Casts. Ich höre sehr gern und sehr oft Podcasts. Beim Joggen oder beim Putzen, Wäsche aufhängen oder zum Einschlafen. Podcasts verbrauchen 17% Batterie.
  3. Twitter. Mein Lieblings-Soziales-Netz. Die offizielle Twitter-App und Tweetbot brauchen jeweils 7%, insgesamt also 14% Akku.
  4. Bewegung. Meine Lauf-App, GoogleMaps, MVG und Swarm verbrauchen zusammen 10% Batterie.
  5. Mail. E-Mail ist, neben Messenger-Diensten, immer noch meine Hauptkommunikationsform. Außerdem beziehe ich viele regelmäßige Newsletter um mich zu informieren. 7% Batterienutzung.
  6. Information. Safari, Pocket und Reeder verbrauchen zusammen 7% Batterie.
  7. Fotos. Die Kamera und Instagram nutzen 6% Batterieleistung.
  8. WhatsApp. Der wichtigste Messenger. Da sind die meisten Freunde, andere Eltern, Großeltern. Ohne Whats-App wär der Alltag viel komplizierter (und auch langweiliger). Threema nutze ich (leider noch viel zu selten, da zu wenig Chatpartner) auch noch. Macht zusammen 5% Batterie.
  9. Der Sperrbildschirm verbraucht 4% Batterie. Das sagt was darüber aus, wie oft ich das Smartphone raushole und nur kurz auf die Uhr oder Pushbenachrichtigungen schaue (ist gefühlt aber weniger geworden, da ich wieder eine Armbanduhr besitze)

Welche App/Funktion magst/nutzt du gar nicht?

Snapchat und Facebook sind mir fad geworden. Kein Interesse mehr. Ansonsten die ganzen vorinstallierten Apple-Apps (Aktien, TV-Dings, Health, Wallet, Notizen …)

Arbeit und Handy – wie regelst du das?

Bei meiner momentanen Beschäftigung kommt zum Glück relativ wenig geschäftlicher E-Mail- und Chatverkehr auf dem Smartphone an. Das war aber auch schon mal anders und da hat es mich tatsächlich genervt und dazu geführt, dass ich nach Feierabend nicht immer 100% abschalten konnte. Grundsätzlich finde ich eine strikte Trennung Arbeit/Freizeit erstrebenswert, praktisch hat man das ja aber auch früher nicht geschafft. Wenn einem was berufliches durch den Kopf geht, ist das auch nach der Arbeit noch da, egal ob mit oder ohne Smartphone.

Welche Notification hast du eingeschaltet?
Nur noch die beiden Messenger WhatsApp und Threema, meine tägliche Reporter-Umfrage, Geburtstage und ein paar To-Dos aus Omnifocus.

Warum?

Über die beiden Messenger läuft die meiste Alltagsorganisation. Absprachen in der Familie, mit Freunden und andere Eltern. Die Umfrage erinnert mich einmal am Tag daran ein paar Fragen zu beantworten, die meinen inneren Statistiktrieb befriedigen und Geburtstage und manche To-Dos sind mir so wichtig, dass ich sie ungern vergesse.

Alle anderen Push-Benachrichtigungen habe ich abgestellt, weil sie mich irgendwann genervt oder zu sehr abgelenkt haben (News, Twitter, Instagram, Mails …). Bei WhatsApp hab ich auch selektiv einige Gruppen mit hohem Nachrichtenaufkommen stumm geschaltet. Von 20:00 bis 7:30 ist das Smartphone im Nachtmodus und es wird gar nicht mehr alarmiert.

Hältst Du Dich an soziale Regeln bei der Smartphone-Nutzung? Wenn ja: Welche?

Weitestgehend keine Smartphone-Nutzung am Esstisch. Wobei manchmal muss man halt auch mal was nachschlagen oder was in die To-Do-Liste oder den Kalender eintragen. Also nicht zu dogmatisch sein. Ansonsten versuche ich immer nach der Regel Mensch vor Maschine zu handeln. D.h. wenn ich mit jemandem rede hat mein Gegenüber immer meine Hauptaufmerksamkeit, das Smartphone sollte zurückstehen. Aus dem Podcasts von Curse habe ich die Regel, morgens erst mal smartphonefrei zu nehmen. D.h. nicht gleich nach dem Aufstehen Twitter und News checken. Das hat sich für mich als gute Regel erwiesen. Außerdem hab ich mir wieder eine Armbanduhr zugelegt. Ich hole seither tatsächlich weniger das Smartphone raus um die Uhrzeit zu checken (und mich im Zuge dessen eventuell weiter ablenken zu lassen)

Gibt es Regeln, die du wieder verworfen hast?

Kein Smartphone Abends am Bett. Dazu höre ich einfach zu gerne Podcasts zum Einschlafen.

Zum Abschluss: Was sollten mehr Menschen im Umgang mit Smartphones wissen?
Das Smartphone ist nicht grundsätzlich gut oder schlecht. Wie bei anderen Erfindungen auch kommt es darauf an, was man daraus macht. Ich finde der Begriff digitale Pubertät beschreibt den Umgang mit neuen Geräten und Techniken ganz gut. Am Anfang probiert man erst mal alles aus (Alle Pushs auf volle Pulle), dann lernt man dazu und irgendwann geht man so damit um, dass man sich gut damit fühlt. Diese Entwicklung kann ich für mich in den letzten zehn Jahren durchaus nachvollziehen.

///

Ich reiche das Blogstöckchen weiter an den abspannsitzenbleiber, den Stadtneurotiker und Max.


8 comments

  • Der Streit um Handys hört nicht auf: Machen sie abhängig? Müssen wir unsere Kinder vor ihnen schützen? Weil mich diese immer gleiche Debatte nervt, möchte ich einen Schritt vorwärts versuchen – ich möchte Antworten auf die Frage sammeln: Wie geht man anständig mit dem Smartphones um?

    Denn ich glaube, dass wir diesen Umgang lernen müssen. Am besten gelingt dies, wenn wir uns gegenseitig daran teilhaben lassen, was gut funktioniert und was nicht. Denn vielleicht sind es nur kleine Einstellungen (z.B. alle Notification ausschalten), die die Nutzung erleichtern (Foto: James McKinven Unsplash)
    In der New York Times hat gerade Nellie Bowles davon berichtet, warum sie ihr Smartphone nur noch in grau nutzt. Mit Freude habe ich gelesen, wie Joi Ito seinen digitalen Alltag gestaltet (auch wenn es dabei kaum ums Handy geht) und auch diese Interview-Reihe beim Gmailgenius mag ich, in der Menschen von ihrer Mail-Praxis berichten. Wer es gerne etwas pädagogischer hat: Hier erklären Wissenschaftler, wieviel Bildschirmzeit sie ihren Kindern gestatten. Denn es gibt nicht nur die panischen Wissenschaftler, die in deutschen Medien prominente Plätze bekommen. Es gibt auch Studien wie jene von Samuel Veissière, der zu dem Ergebnis gekommen ist: „Wir sind abhängig von sozialem Austausch, nicht von Smartphones“

    . @samuelveissiere hat so genannte Smartphone-Sucht erforscht und kommt zu dem Ergebnis: “We’re ‚addicted‘ to socializing—not our smartphones”
    Seine drei Regeln für einen guten Umgang https://t.co/78XKcjiuwU pic.twitter.com/YpYxugKdJm
    — Dirk von Gehlen (@dvg) 8. März 2018

    https://platform.twitter.com/widgets.js
    Ich möchte deshalb eine Idee aus guten alten Blogzeiten reaktivieren: die Blogstöckchen genannte Umfrage. Ich habe einen kleinen Fragebogen zusammengestellt, den ich auch an Menschen ohne Blog schicke um in der nächsten Folge meines Newsletters einige praktische Beispiele für die Handy-Nutzung zeigen zu können.
    Bis es soweit ist, lade ich aber jede und jeden ein, das Stöckchen aufzufangen und unter dem Hashtag #smarterphone mitzumachen: Wie nutzt du dein Smartphone? (Ich verlinke die Antworten weiter unten kontinuierlich in diesem Eintrag)
    Name: Dirk von Gehlenverbringt seinen Tag als… Autor und Journalist bei der SZnutzt ein: iPhone 6
    Wie würdest Du Dein Verhältnis zu Deinem Smartphone beschreiben?
    Das perfekte Werkzeug für immer mehr Dinge. Eine große Hilfe, die ich nicht mehr missen möchte. Müsste ich von heute auf morgen auf mein Smartphone verzichten, wäre ich sehr traurig. Das ist übrigens kein Beweis für eine Abhängigkeit, sondern der Beleg dafür was für eine großartige Erfindung das Smartphone ist.
    Welche App/Funktion nutzt du am häufigsten? (gerne in den Statistiken nachschauen oder aus dem Bauch schätzen)
    Laut Batterie-Nutzung der letzten Tage: Instagram, Twitter, Mail und Feedly
    Welche App/Funktion magst/nutzt du gar nicht?
    Telefonieren
    Arbeit und Handy – wie regelst du das?
    Am schwierigsten finde ich hier Anrufe. Sie kommen immer ungebeten und stören stets das Gespräch, das man gerade führt. Mails, Slack oder andere Botschaften können asynchron dann beantwortet werden, wenn man Zeit hat. Deshalb empfinde ich es manchmal als äußerst angenehm, auch abends Mails beantworten zu können. Kurzum: Keine feste Regelung.
    Welche Notification hast du eingeschaltet?
    iMessage, Signal und WhatsApp – von Leuten, die mir sehr wichtig sind.
    Warum?
    Weil ich glaube, dass 90 Prozent der Aufreger-Debatten über Smartphones sich auf eine falsche Notification-Politik beziehen: Wer sich von jedem Dienst jederzeit stören lässt, verwendet das Instrument nicht richtig. Daran ist aber das Instrument nicht schuld…
    Hältst Du Dich an soziale Regeln bei der Smartphone-Nutzung? Wenn ja: Welche?
    Beim gemeinsamen Essen keine Medien. Leider auch keine Zeitungen.
    Gibt es Regeln, die du wieder verworfen hast?
    Ich dachte mal eine Weile, smartphonefreie Tage wären sinnvoll. Habe es wiederholt ausprobiert, aber keinen tieferen Sinn darin gefunden. Deshalb, nur die wichtigste aller Regeln: Handy aus am Steuer!
    Zum Abschluss: Was sollten mehr Menschen im Umgang mit Smartphones wissen?
    „Mobiltelefone sind keine Drogen, die per se abhängig machen, sondern Werkzeuge, deren Handhabung die Gesellschaft noch nicht gelernt hat.“ (via)
    Ich werfe dieses Stöckchen Sara Weber, Johannes Kuhn und Heiko Bielinski zu.
    SmarterPhone-Beiträge gibt es z.B. von:
    * Johannes Kuhn
    * Sebastian Meineck
    * Heiko Bielinski
    * Hakan Tanriverdi

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