Mit meinem Stammtisch im Oktober nach Strassburg. Die Grenzen leider nur halboffen.
Wir reisen mit dem E-Auto an. Meine erste längere Fahrt mit einem E-Auto und keine Ahnung, warum wir nicht alles politisch und gesellschaftlich Mögliche in die Waagschale werfen, um diese Antriebsart flächendeckend auszurollen. Es ist komfortabler, leiser, umweltschonender und man kann es daheim mit dem eigenen Solarstrom aufladen. Das ist doch jetzt echt mal ein No-Brainer Herr Bundeskanzler!

Strassburg ist pittoresk.





Und Strassburg ist europäisch. Man kann das hier an vielen Orten bestaunen. Es gibt einen gemeinsamen, deutsch-französischen Kultursender.

Und es gibt ein gemeinsames europäisches Parlament.


Dort kann man in einer Ausstellung zur Schuman-Erklärung ein kleines Wunder bestaunen. 1950, direkt nachdem Nazi-Deutschland unfassbares Leid über den Kontinent gebracht hatte, hat Frankreich die Hand zur Versöhnung ausgestreckt. Aus einer ersten Kohle und Stahlunion ist irgendwann die Europäische Union geworden. Ein Staatenbund, der seitdem dafür gesorgt hat, dass sowas in Europa nicht mehr passieren konnte. Ein Staatenbund, der dafür gesorgt hat, dass man im deutschen Grenzstädtchen Kehl in die Trambahn einsteigen kann und rüberfährt nach Strassburg. Einfach so. Wie ich in München von Haidhausen nach Sendling fahre. Was für eine Errungenschaft!
Auf dem Rückweg fahren wir ICE. Kurz nach der Grenze halten wir an. Grenzkontrolle. Dreißig Minuten Aufenthalt für die Theaterpolitik von Alexander Dobrindt (Gerald Knaus in der Lage der Nation). Wir verpassen unseren Anschlusszug (bei staatlich angeordneten Maßnahmen kein Fahrgastrechteformular!) und zig Grenzbewohner sind in ihren alltäglichen Wegen massiv eingeschränkt. Der deutsche Innenminister sollte mal dringend eine Ausstellung im Europäischen Parlament besuchen und weniger geschichtsvergessene Entscheidungen treffen.